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Thursday, September 15, 2011

Sherlock Holmes wird Warner-isiert ... noch einmal!

English version of this blog here.
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Tom Scheffler, DER SCHREI


EINLEITUNG

Wenn die Liebe für einen bestimmten Roman in einem ist, für das komplette Werk eines Autors, oder auch die Liebe für eine fiktionale Gestalt, und das über einen langen Zeitraum hinweg (in meinem Fall hier reden wir von fast drei Jahrzehnten), dann ist es schon etwas widerlich, wenn man Zeuge wird, wie Warner Brothers sich das Objekt der Verehrung schnappt und es in einen großen, gnadenlosen Fleischwolf wirft ... Und wenn man dann sehen muss, dass auf der anderen Seite dieses Fleischwolfs ein Produkt heraus kommt, dass nur noch eine sehr oberflächliche Ähnlichkeit mit dem Original hat, dann fängt der Ekel an zu wirken. Nun, zumindest ist dies bei mir so der Fall.

Es ist so, als sei Deine Miezekatze gestorben, und Du begräbst sie auf dem verfluchten Tierfriedhof (aus Stephen Kings Roman "Pet Sematary"). Deine Katze wird von dort zu Dir zurückkommen, aber ... Hmm. Sicherlich, sie hört immer noch auf den Namen Fluffy, und von der Gestalt her scheint sie auch sie selbst zu sein - auf den ersten Blick jedenfalls. Aber alles, was Fluffys inneres Wesen, ihre Essenz, ausgemacht hat, ist irgendwie verändert worden, verzerrt und verdreht, und nicht auf eine gute Art ... um es einmal nett auszudrücken.

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FLASHBACK

Während meiner Schulzeit habe ich mich ziemlich aufgeregt, als ich ein paar schlecht gemachte B-Movies des amerikanischen Filmemachers und Produzenten Roger Corman gesehen habe, die während der 1960'er Jahre nach Geschichten von Edgar Allan Poe gedreht wurden, und nach dessen berühmten Gedicht THE RAVEN / DER RABE.

Und nur ein kleines bisschen später, zu Beginn der 1980'er, ereignete sich dann das Desaster mit dem Kinofilm, der nach dem (muss man gelesen haben!) Roman DIE UNENDLICHE GESCHICHTE von Michael Ende gedreht wurde.

Oh, und es sollte mich besser niemand auf die nachfolgenden Filme aus dieser Reihe ansprechen. Der Original-Film war ein gescheiterter Versuch, ein auf europäische Art gemachtes kostbares Werk der Jugendliteratur in einem Film umzusetzen, der zum größten Teil mit Geld von amerikanischen Studios und Investoren finanziert wurde und deshalb dem Geschmack des amerikanischen Marktes gefallen musste.

Gut, ich gebe zu: Verglichen mit den Sequels, die nach dem Film DIE UNENDLICHE GESCHICHTE kamen, war dieser direkt noch ein Stück gut gemachtes Kino. Aber in Bezug auf das Ansinnen, einen Buchklassiker ins Kino zu bringen, sind so viele Dinge schief gegangen ... es war ganze einfach nur schmerzhaft anzusehen für mich, außer, wenn ich mir eine Amnesie-Pille eingeworfen hätte, um all die wundervollen Ideen und Details des Buches zu vergessen, die es nicht in das Filmskript geschafft hatten

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ZURÜCK IN DIE GEGENWART

Okay, und nun, ungefähr 20 Jahre später, sitze ich hier und schüttle heftigst meinen Kopf über einen Film, der aus dem Stand eine Blockbuster-Sensation geworden ist, von Kritikern und Zuschauern geliebt und mit Hype ohne Ende versehen wird, der aber für mich persönlich nur voll für den A... Aaaa - für den Abfalleimer ist.

Ich spreche über den Film SHERLOCK HOLMES, gedreht im Jahr 2009.

Ich könnte jetzt anfangen all das aufzuzählen, was bei diesem Projekt daneben gegangen ist, aber das muss ich gar nicht! Stattdessen braucht Ihr Euch einfach nur den Trailer für die jüngst veröffentlichte BluRay-Edition des Films anzuschauen und auf die letzten Sätze des Erzählers zu achten. Dann habt Ihr die Quintessenz dessen mitbekommen, was mich an diesem Film ärgert und mich einen Sicherheitsabstand von mindestens zwei Metern zu allem einhalten lässt, was mit diesem (in der Tat brillant gemachten) epischen Fehlschlag zu tun hat ... Also dann, riskiert mal ein Auge und ein Ohr (oder auch zwei):


"Was auch immer Sie zu wissen geglaubt haben
über Sherlock Holmes
ist dabei, über Bord zu gehen."

Jawohl, genau so empfinde ich das auch. Und glaubt mir: Ich habe durchaus Ahnung von Sherlock Holmes ... für mich geht da echt ein Riesenhaufen über Bord!

Eine Sache, die ich anerkennen muss: Sie sind echt aufrichtig und warnen das Publikum zumindest. Hm, vielleicht heißt die Firma ja aus diesem Grund "Warner Bros"?  ... Ha, ha.

Und nun, wie zu erwarten war nach dem massiven Erfolg weltweit, kommt im November 2011 Teil 2 in die Kinos. 

Da ich sämtlichen Neuigkeiten den ersten Film betreffend gegenüber vollkommen ignorant war, habe ich von dem Sequel erst Wind bekommen, als ich am 25. Januar 2011 einen Tweet von Stephen Fry gelesen habe.

(Jaja, ich weiß: "Zu lästern über Twitter geziemt sich nicht, Michael, alldieweil Du es doch nun so manigfaltiglich nutzest!")

Ich war alarmiert, stellte einige Recherchen an, und dann habe ich eine kleine Dokumentation gefunden. Sie ist zwar auf Englisch, aber Ihr solltet trotzdem einen Blick riskieren:



Anm.: Sorry, die Dokumentation ist zwischenzeitlich nicht mehr online.
Ich werde nach Ersatz suchen. 

Die Filmemacher haben alle Zutaten in den Film gepackt, die den ersten Teil zu einem solchen Sensationserfolg werden ließen, aber natürlich wurde von allem noch eine Extraportion obendrauf geklatscht. Und an der Seite von Robert Downey jr. und Jude Law (die beide Schauspieler sind, die ich wirklich mag - aber eben nicht in den Rollen von Sherlock Holmes und Dr. Watson!) hat man Brad Pitt als Sherlock Holmes' Erz-Nemesis Professor Moriarty gestellt [Anm: Dies hat sich geändert, nachdem ich den Blog geschrieben hatte: Moriaty wurde stattdessen von Jared Harris verkörpert!], und der wundervolle Stephen Fry (der im Januar getweetet hatte, dass sein "letzter Tag bei Sherlock Holmes" gekommen sei) spielt Holmes' Bruder Mycroft.

Im Prinzip beide Male eine sehr gute Wahl, kein Zweifel ... aber all das Talent dieser beiden Schauspieler wird verschwendet werden auf ein Drehbuch, das soviel mit den Originalwerken von Sir Arthur Conan Doyle zu tun hat wie McDonald's mit echter schottischer Kochkunst verbindet.

Und so wenig, wie wir (bis jetzt jedenfalls) auf der Speisekarte der weltgrößten Fastfood-Kette einen Chicken McHaggis vorfinden, suchen wir auch so gut wie vergebens nach irgendetwas in den beiden Filmen, das eine echte Verbindung zu den berühmten Detektivgeschichten hat. Da ist nicht viel zu entdecken in den nun bald schon zwei Teilen von etwas, das man nicht als Übertragung des literarischen Originals bezeichnen kann, sondern das als eine Art mit Steroiden und Action vollbepackte Mutation beschrieben werden muss, gemacht mit einem Höchstmaß an Aufwand in Sachen Optik und Spezialeffekte (beides zugegebenermaßen beeindruckend!) - aber dennoch ohne auch nur eine Spur des namengebenden literarischen Klassikers.

Nun, wie ich es schon im Titel dieses Blogs ausgedrückt habe: Sherlock Holmes wurde Warner-isiert. Und in kritischem Licht betrachtet, ist dies wirklich nichts gutes. Nicht, wenn es zum ersten Mal passiert, und auch nicht, wenn diese Art Anschlag sich wiederholt.

Und wisst Ihr, was mich am meisten ärgert?

Zuschauer, denen die demnächst zwei Filme gefallen haben und die deshalb nun interessiert sind, tatsächlich jene Geschichten zu lesen, die Doyle vor ungefähr hundert Jahren veröffentlicht hat, werden praktisch überhaupt nichts von dem in ihnen wiederfinden, was sie in den Filmen gesehen haben. Eine massive Enttäuschung ist vorprogrammiert - denn diese beiden Filme tun, was Roger Corman in den 1960'ern mit Poe getan hat, und wozu der deutsche Regisseur Wolfgang Petersen mit Michael Endes wundervollem Roman zu tun gezwungen war:

Alles in den Fleischwolf werfen - aussortieren und wegwerfen, was essenziell und wichtig ist - das, was übrigbleibt, zusammenmanschen ... und schlussendlich ein Massenmarkt-Produkt herausbringen, das in der Tat so funktioniert wie eine Mahlzeit in dem zuvor erwähnten Fastfood-Restaurant: Es ist lecker, während man es isst, aber sehr wahrscheinilch ist man eine Stunde später schon wieder hungrig.

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Jeder, der an einer hochwertigen und zum allergrößten Teil kongenialen Umsetzung der Geschichten über den großartigen Detektiv interessiert ist, sollte sich nach der Sherlock Holmes TV-Serie von Granada Television umsehen, die während der 1980'er Jahre für die BBC produziert wurde. In der Hauptrolle: Der leider verstorbene Jeremy Brett als die ultimate Verkörperung jener Ikone, die Sir Arthur Conan Doyle geschaffen hat.

Es folgt ein zweiteiliges Video, in dem man eine intime (und werkgetreue!) filmische Umsetzung der Persönlichkeit und der Methoden von Sherlock Holmes und auch seines Freundes und Chronisten Dr. Watson erleben kann. Die (wie ich glaube) griechischen Untertitel sind eine Gratis-Zugabe desjenigen, der das Video hochgeladen hat, und gehören nicht zum Sherlock-Holmes-Universum :-)!






Die berühmte Fernsehproduktion umfasst insgesamt 41 Episoden sowie 5 Spielfilme.

Die Staffeln 1 und 2 sind schlicht und ergreifend brillant. Staffel 3 hält fast genau den gleichen Standard. Und obgleich die vierte und letzte Staffel einige Mängel aufweist (bedingt durch die sich verändernden Produktionsvorgaben der BBC, Budgetkürzungen und aufgrund der sich rapide verschlechternden Gesundheit des Hauptdarstellers Jeremy Brett), weisen sogar diese abschließenden Episoden unglaublich viel mehr an Nähe zur literarischen Vorlage auf als beide Blockbuster-Teile der Warner-Franchise zusammengenommen.

Und dies, so dürft Ihr mir glauben, ist ein wahres Armutszeugnis für diese beiden Filme.

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Die komplette Sherlock Holmes Werkausgabe

von Sir Arthur Conan Doyle
in der Ausgabe des insel taschenbuchverlags

"Eine Studie in Scharlachrot"
Roman


"Das Zeichen der Vier"

Roman


"Der Hund der Baskervilles"
Roman


"Das Tal der Angst"
Roman


"Die Abenteuer des Sherlock Holmes"
Erzählungen


"Die Memoiren des Sherlock Holmes"
Erzählungen


"Die Rückkehr des Sherlock Holmes"
Erzählungen


"Seine Abschiedsvorstellung"
Erzählungen


"Sherlock Holmes' Buch der Fälle"
Erzählungen


Die komplette TV-Serie von Granada Television auf DVD
mit Jeremy Brett als Sherlock Holmes


Sherlock Holmes - 5 Episoden in Spielfilmlänge auf DVD
Granada Television
mit Jeremy Brett als Sherlock Holmes


Und für all jene, die sich anschauen wollen,
worüber ich mich in meinem Blog beschwert habe:

"Sherlock Holmes"
(USA, 2009)
mit Robert Downey jr. und Jude Law
auf DVD


"Sherlock Holmes"
(USA, 2009)
mit Robert Downey jr. und Jude Law
auf BluRay

 
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1 comment:

Rajib Babu said...

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